Zockt die Fernwärme Wien ihre Kunden ab? Drucken E-Mail



Das  ist Herr Ramskogler.  Er, bzw. seine  Firma besitzt im  10. Wiener Gemeindebezirk
in der  Sonnleitnergasse,  in einer  Wohnhausanlage 103 Eigentumswohnungen,  welche
vermietet werden. Die gesamte Wohnanlage, die insgesamt 318 Wohnungen beinhaltet,
ist zur Wärmeversorgung (Heizung und Warmwasser) bei der „Fernwärme Wien GmbH“
angeschlossen.

Strafanzeige gegen die Fernwärme Wien

Herr Ramskogler ist ein vorbildlicher  Wohnungsvermieter,  denn er machte sich über einen
Zustand  Sorgen, der sich zum finanziellen  Nachteil seiner Mieter auswirkte.  Er stellte fest,
dass die „Fernwärme Wien GmbH“ offenbar zuviel verrechnet. Aus diesem Grund,  hat Herr
Ramskogler eine Strafanzeige wegen schweren und gewerbsmäßigen Betrug bei der Staats-
anwaltschaft Wien erstattet.

Der Ordnung halber halten wir fest, dass die Unschuldsvermutung gilt.

War die Fernwärme Wien in Kenntnis?

Um das System der  Fernwärme-Abrechnung  zu verstehen, muss man folgendes wissen.
Für die Abrechnung der  verbrauchten Energie sind zwei Parameter maßgeblich.  Die von
der Fernwärme überprüfte und festgelegte  Anschluss-Leistung und der tatsächliche Ener-
gieVerbrauch. Diese Leistung wird in “Megawatt“ festgelegt und besagt, dass für das Haus
pro Stunde die festgelegte Leistung zur Verfügung steht.

Bei der gegenständlichen Wohnhausanlage in der Sonnleitnergasse wurde der ursprünglich
festgesetzte Leistungswert von 1,14 MW auf Drängen von Ramskogler auf  1,02 MW redu-
ziert. Dass war jedoch bereits  vor 10 Jahren. Ramskogler allerdings ließ Berechnungen er-
stellen aus denen hervorgeht, dass der Leistungswert nur bei 0,6 MW liegt.

Auszug aus der Strafanzeige

Auszug aus der Strafanzeige

Klage durch einzelne Mieter fast unmöglich

Durch diesen offenbar  falsch berechneten Leistungswert ist bei dem betroffenen Haus, pro
Jahr, ein Schaden in der Höhe von rund 23.000,- Euro entstanden. Für die rund 300 Mieter
des Hauses bedeute dies, dass jeder, pro Jahr, ca. 70 Euro zu viel an die Fernwärme gezahlt
habe.

Wie bereits eingangs erwähnt, hätte sich Ramskogler mit dieser Angelegenheit gar nicht
befassen müssen,  da die  Fernwärme-Kosten  ohnehin den Mietern verrechnet werden.
Allerdings  sieht er nicht ein,  dass  seinen Kunden unnötige Kosten angelastet werden.

Kein einziger Mieter käme auf die Idee wegen 70,- Euro jährlich zuviel verrechneter Kos-
ten die  „Fernwärme Wien GmbH“ zu klagen, da die Klagekosten diesen Betrag über-
steigen würden. Möglicherweise spekuliert man beim städtischen Wärmelieferanten mit
diesem Zustand und hat kassiert wie beim Fleischer unter dem Motto „Darf´s ein bis-
schen mehr sein“. Daher ist die Vorgangsweise des Herrn Ramskogler zu begrüßen.

H.C. Strache reagierte scharf

Der FPÖ-Chef H.C. Strache ging bei der heutigen Pressekonferenz mit der Roten Stadt-
regierung, bezüglich Fernwärme Wien ziemlich scharf ins Gericht. Wir zitieren wörtlich:
 „Ich fordere Bürgermeister Häupl daher dringend auf, noch vor der Heizperiode alle An-
schlüsse der Fernwärme Wien unverzüglich überprüfen zu lassen! Es ist eine Sauerei der
Sonderklasse, wenn Häupl auf der einen Seite durch seine Fernwärme deutlich überhöh-
te Heizrechnungen ausstellen lässt und sich dann auf der anderen Seite als Retter der
sozial Schwachen aufspielt und großzügig Heizkostenzuschüsse verteilt.“

Überprüfung dringend empfohlen

Und damit sind wir bei einem weiteren Punkt in Sachen Fernwärme.  Rund 300.000 Wohn-
ungen sind an den städtischen Energieriesen angeschlossen. Davon sind zirka 80.000 Privat-
anschlüsse, deren Eigentümer ebenfalls eine Überprüfung  a la Ramskogler zu empfehlen
wäre. Diese hätten auch die Möglichkeit dazu, der Fernwärme Wien bezüglich ihrer Abrech-
nungen,  völlig objektiv auf den Zahn fühlen zu lassen.

Überprüft sich die Gemeinde Wien selbst?

Verbleiben rund 220.000 an die Fernwärme angeschlossene Wohnungen, die im Besitz der
Gemeinde Wien sind. Da schaut es mit Überprüfungen,  die hoffentlich  im Zuge  der zahl-
reich durchgeführten  Wärmedämmungs-Sanierungen stattgefunden haben,  schon völlig
anders aus.

Wer hat die Gemeinde- und Sozialwohnungen, sofern überhaupt Überprüfungen stattge-
funden haben, auf einen neuen  Leistungswert  überprüft?  Hat sich die Gemeinde Wien
selbst geprüft und festgestellt, den alten Leistungswert zu belassen und weiter abzukas-
sieren?

Oder wurden gar neue,  geringere Leistungswerte  festgestellt und die Kosten dement-
sprechend gesenkt? Bei 220.000 an die Fernwärme angeschlossenen Wohnungen wäre
es wirklich interessant, wenn man  hier die Karten auf den Tisch  legen würde.

*****

2010-09-09
 
 

Kommentare 

 
Hilde - 2010-09-09 23:43
Bei die Stricherlablese r kennt sich sowieso niemand aus. Mich beschleicht immer ein komisches Gefühl wenn die Ableser kommen und die Röhrchen tauschen. Nachvollziehbar ist die Abrechung auf keinen Fall.
 
 
+1 Gast - 2011-01-17 23:13
Die Röhrchen werden deswegen getauscht, weil jedes Jahr die Verdunsterflüss igkeit anders eingefärbt wird.
 
 
-3 Guest - 2010-09-10 00:14
es gibt aber welche die für trinkgeld ein paar stricherl weniger aufschreiben. es ist zwar nicht korrekt, aber bei den heizkosten bleibt nichts anderes übrig.
 
 
Sash - 2015-05-27 14:42
Damit zahlen andere im Haus DEINE Kosten, denn die lösen sich ja nicht in Null auf. Die Berechnung erfolgt ja auf Grund des Gesamtverbrauch es des Hauses(den die Fernwärme abliest) dividiert durch die verbrauchten Einheiten des Einzelnen. Somit ergibt sich ein "Pro-Strich-Betrag". Die anderen im Haus zahlen also mehr pro Strich, wenn du den Techem Typen schmierst. Wie kommen die dazu. Ich finde, das ist eine Frechheit, was du da machst und gehört angezeigt!
 
 
+2 Gast - 2010-09-10 10:23
Am besten bei der Ablese gleich überprüfen, ob die Striche korrekt abgelesen wurden... hmmm mit der Abrechnung habe ich jedenfalls kein Problem, finde ich besser nachvollziehbar als bei Wien Strom
 
 
+1 Buno S. - 2010-09-10 12:19
Deswegen weiß ich aber noch immer nicht was mir für einen Strich verrechnet wird. Dort liegt das Problem. Die Ablesung und Verrechnung ist wie eine Lotterie.
 
 
+1 Gast - 2011-01-17 23:11
Hallo !

Meines Wissens nach funktioniert das folgendermassen !
Die FW misst am einem Hauptzähler den Gesamtverbrauch für die jeweilige Hauseinheit (Stiegenhaus)...das sind zB x mwh = x tsd. Euro.

Jetzt werden dann die "Stricherl" am "Verdunster" als Verbrauch für das gesamte Haus erhoben. Der Gesamtverbrauch wird durch alle Stricherl dividiert, somit ergibt sich ein Preis pro Stricherl. Das ganze mal der verbrauchten Stricherl pro Wohnung ergibt dann die Kosten für den Einzelabnehmer.

Ist eben ein durchschnittswe rt...wenn jemand eben mehr verbraucht...steigt der Energieverbrauc h und das Stricherl wird eben für alle teurer...ist nicht ganz fair, lässt sich aber nur durch elektronische Heizkostenverte iler(sitzt genauso wie der Verdunster am Heizkörper) lösen.
Bedeutet aber natürlich von der Anschaffung mehr Kosten für die FWW.
 
 
+2 wd - 2010-09-19 21:34
bitte wo und wie kann man eine überprüfung des korrekten anschlusswertes durchführen lassen?
 
 
Die Redaktion - 2010-09-19 21:40
zitiere wd:
bitte wo und wie kann man eine überprüfung des korrekten anschlusswertes durchführen lassen?


Eigentlich nur von einem Sachverständige n. Wenn Sie Glück haben wohnen Sie in einem Haus, in dem sich der Hausherr um seine Mieter kümmert. Als Einzelner haben Sie kaum die Möglichkeit einer Überprüfung, es sei denn Sie scheuen keine Kosten.
 
 
Kurt Ramskogler - 2010-10-02 10:43
Eine grobe Abschätzung des Anschlußwertes kann man wie folgt vornehmen:
Nur Heizung: Verbrauch MWH/1600 Volllaststunden - dies ist dann ein Richtwert des max benötigten Anschlußwertes.
Wenn man noch Warmwasser benötigt sollte man der Warmwasserverbr auch in der Heizperiode mit berücksichtigen .
DA meistens Speicher vorhandsen sind, kann man dies auch geringer bewerten.
 
 
Rudolf Lanser - 2016-05-09 17:55
Wie kommen Sie zu den 1600 Volllaststunden ?

Aus Heizgradtagen der ZAMG lassen sich die Volllaststunden leicht berechnen !
 
 
-1 Rudolf Heidenwag - 2010-09-25 12:29
Die Verdunster dienen nur einer Grobschätzung wenn alle dafür notwendigen Meßprotokole für eine mögliche Anwendung dieser Schätzung vorliegen! Verdunster sind keine Messgeräte daher auch nicht eichfähig! Dies gilt auch für ihre elektronischen Nachfolger an den Heizkörpern. Drei entscheidende Punkte werden damit nicht erfasst: Volumen des Energieträgers Temperatursprei zung sowie Differenzdruck. Aus diesen drei Parametern ist erst ersichtlich ob eine korrekte Wärmezufuhr gegeben ist bevor überhaupt an eine Verrechnungsart zu denken ist. Wir haben jetzt wieder eine Quadratmeterabr echnung und eine andere Betreuungsfirma für unser Heizhaus!
 
 
-1 Michael - 2010-11-09 10:19
Ich finde die Zwangsverdünstu ng schon eine Frechheit, da ich in meinem Bad die Heizung garnicht in Benützung hatte und trotzdem hatte ich 3 Striche verbrauch, wie ich mich beschwert habe ist mir gesagt worden, das ist einfach so und das finde ich als richtige abzocke.
 
 
+3 Brigitte - 2010-12-14 19:07
Richtige Abzocke ist, dass ich seit 2 Jahren die Heizung gesperrt habe (ich habe sie aus Kostengründen nicht mehr aufdrehen lassen) und trotzdem 71,-- alle 2 Monate zahlen soll.
Bei der Warmwasser-Abzählung dachte die Ableserin, dass der Zähler kaputt ist, da wir aus Kostengründen wenig verbrauchen. Trotzdem muß ich jetzt statt wie letztes Jahr 26,-für 2 Monate - jetzt die besagten 71,-- zahlen. Bei der telefonischen Nachfrage wurde mir mitgeteilt, dass ich als Gemeindewohnung smieterin sowieso keine Wahl hätte - da mich die Gemeide Wien - als alleinerzieheri n - sonst mit 3 Kindern!!! delogieren wird.
Laßt euch das 'mal auf der Zunge zergehen!
Bin richtig auf 180.
 
 
Mitch - 2013-09-05 09:50
ja und wenn du nen rückstand hast dann kannst ihn nicht in raten anstottern. das wird abgelehnt mit dem argument dass es bereits raten sind. na wie sollt ihc sonst meine 2 monatigen zahlungen leisten.
 
 
Peter 1 - 2015-06-03 14:09
Brigitte: Die Grundgebühr - 71 - bezahlst du für die Wartung und Reparatur vom Umformer im Haus, die Leitung durch das Haus, zu deinem Nachbar. Denn sonst müsste dein Nachbar eine höhere Grundgebühr bezahlen. So wurde kalkuliert zum Zeitpunkt der Einleitung der Fernwärme in das Haus. Abzocke ist es daher keine sondern dein nicht wissen von betriebswirtsch aftlichen Kalkulationen.
 
 
Giorgio Miele - 2016-10-11 10:38
Darf ich fragen wie diese Geschichte ausgegangen ist? Ich finde im Internet nichts dazu.

Danke im voraus
 
 
renner - 2016-11-22 19:14
in der fernkorngasse 54-58 stiegen 1-3 genau in diesen eigentums wohnungen ist das selbe problem hohe wasser und wärmekosten und dann werden die mieter bedroht das sie aus der wohnung fliegen durch gti versorgung es sind auch viele zeugen die sollche abrechnungen haben nur das man die leute raustreibt prüfen sie das auch mal nach extreme kosten auch bei strom das selbe huer sollche rechnungen hatte ich niemals viele ziehen aus hier also bitte um prüfung
wohnungseigentu m mit gti abgesprochen hohe rechnungen auszu stellen
 
 
Ayse - 2016-12-27 22:32
Bei mir in der Wohnung in Wien Liesing heize ich nie die Heizung in der Küche und in der Badewanne trotzdem schreiben die mir bei der Ablesung immer je drei Striche.Ich muss jedes Jahr über 200 Euro bezahlen obwohl ich nicht einmal soviel heize. Irgendetwas stimmt bei der Berechnung oder mit der Haus bzw Wohnung nicht.
 
 
gast7577 - 2017-01-04 21:33
Heißt das jetzt, ob ich in einer Gemeindewohnung heize oder nicht, ich zahle trotzdem das selbe? Ich bin erst frisch in eine gezogen und hab jetzt schon Angst vor der nächsten Abrechnung.
 
 
mutti1940 - 2017-11-09 00:26
Um die Grundgebühr bei Wien Energie kommst Du leider nicht herum.Auch wenn du nie heizt.
Die wird nach Deiner Wohnungsgrösse berechnet.
Ich hab nur 36m2 und zahle 139,- Euronen p/a
Ich heize sehr wenig bis gar nicht weil ich im Winter selten da bin.
So kann es vorkommen, daß man mehr Grundgebühr als Heizkosten hat.
 

ZUM KOMMENTIEREN BITTE ZUERST ANMELDEN. DANKE!

 

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