Marcus J. Oswald vor Gericht – TEIL 2 Drucken E-Mail

Die Vorgeschichte

Wie bereits angekündigt,  bringen wir nachfolgend einen  Bericht über die Verhandlung gegen
den  ehemaligen Online-Gerichtsreporter Marcus J. Oswald,  die heute im Landesgericht Wien
stattgefunden hat.  Er war angeklagt worden, weil er einen Richter genötigt haben soll.
 
Foto: © erstaunlich.at
(v.l.n.r.) Oswald-Verteidiger Dr. Friis,  W. Höllriegl (HEUTE) ,  Spanienblogger F. Rabak
 
Dazu  eine kurze Vorgeschichte um den  Handlungsablauf verständlich zu machen. Oswald, der
an  und für sich ein begabter Schreiber ist,  legte sich in den letzten  zwei Jahren mit Gott und
der Welt an. Seine Vorgangsweise war, sich vorzugsweise beim Rotlichtmilieu und bei Rechts-
anwälten  „anzupirschen“  und  ihnen  eine gute  Presse via seiner  Webseite schmackhaft zu
machen.
 
„Hüpften“ diese dann nicht wie er wollte, wurden sie in Grund und Boden geschrieben.  Oswald
kam stets ungeschoren davon, weil ihn niemand wirklich ernst nahm. Der Rechtsanwalt Werner
Tomanek  zitierte  einmal  treffend:  „Was kümmert´s  den Mond,  wenn ihn ein  Köter ankläfft.
Mir  ist die Zeit zu schade,  als dass ich  mich mit diesem Mann auseinandersetze.   Ich sehe in
Oswald mehr ein medizinisches, als ein rechtliches Problem.“
 
Aber wie heißt es in einem alten Sprichwort so schön: „Der Krug geht solange zum Brunnen bis
er bricht.“   Dieser Krug zerbrach dann, als Oswald seine Masche mit einem jungen aufstreben-
den Wirtschaftsanwalt abziehen wollte.  Dieser ließ sich das nicht gefallen und klagte.
 

Der Richter Dr. Winge

Es  kam zu einer Einstweiligen Verfügung (EV),  an die sich Oswald nicht hielt und weiter über
und gegen den Anwalt schrieb.   Daraufhin verhängte der zuständige Richter,  Dr. Winge, eine
Geldstrafe (Beugestrafe) über Oswald.   Dieser negierte diese und fuhr munter in seinem Vor-
haben fort.
 
Nach  einigen verhängte Geldstrafen   -  die von Oswald alle negiert wurden -   entschloss sich
Dr. Winge  eine Beugehaft  zu verhängen.   Bevor diese in  Kraft teten kann,  muss der  Betrof-
fene aber zuerst angehört werden.  Also schickte der Richter eine Ladung.
 
Oswald kam dem Ladungstermin, angeblich aus gesundheitlichen Gründen nicht nach, sondern
schrieb dem Richter am  3.März 2010  einen mehrseitigen Brief,  in dem er um  Vertagung er-
suchte.  Allerdings war in dem Schreiben folgender Satz zu lesen:
 
„Es   kann ein Gericht doch nur eine korrekte  Verhandlungsführung wollen  und kein  zweites
Hollabrunn, wo jemand, der ebenso Justizopfer geworden ist, dem Richter auflauert,  weil er
sich ungerecht behandelt fühlt. Ich bin lohnunabhängig, habe keine Kinder und keine sonstige
Verpflichtungen. Jetzt bin ich sehr gespannt ob sie die richtige Entscheidung treffen werden.“
 
Dr. Winge  leitete den Brief von Oswald an die  Staatsanwaltschaft Wien weiter.   Am 21.Mai
2010, kam es zwischen Oswald und dem Richter zu einem Zusammentreffen in dessen Amts-
zimmer,  da noch zwei andere Verfahren anhängig waren.   Dr. Winge forderte aus Gründen
seiner Sicherheit, für diesen Termin Polizeischutz an.
 
Als Zeuge im heutigen Prozess befragt gab Dr. Winge an:  „Anfangs habe ich bei mir gedacht,
dass der Polizeischutz eventuell eine überzogene Maßnahme gewesen sei.   Allerdings wurde
mir im Verlauf des Gesprächs mit Oswald rasch klar, dass der Schutz notwendig war. Oswald
wurde  im Verlauf unseres  Gespräches immer aggressiver.   Es war,  als wenn man bei dem
Mann einen Schalter umgelegt hätte. Ich möchte ihm nicht alleine begegnen.“
 

Der Angeklagte Marcus J. Oswald

Auf  Befragung der Richterin wie er den Satz mit  "Hollabrunn" denn gemeint habe antwortete
Oswald: „Dieser ist mir hineingerutscht.  Ich mache mir aber ernsthafte Sorgen um die Justiz,
wenn  sich diese von diesem Satz beindrucken habe lassen.“   Auch den im Brief  vorkommen-
den  Satz:  „Es werde zum Showdown kommen“,  versuchte der  Angeklagte mit den Worten:
„Das ist ein harmloser Vergleich mit einer Westernmetapher“  abzutun.  
 
Zu Hollabrunn muss gesagt werden, dass dieses Wort in der Justiz einen bitteren Beigeschmack
hat.   Am 16.Dezember 2009  stürmte ein schwerbewaffneter Amokläufer das Bezirksgericht in
Hollabrunn und erschoss dort eine Gerichtsbedienstete.
 
Foto: © erstaunlich.at
Sah sich als Justizopfer - Marcus J. Oswald
 
Verteidigte sich M.J. Oswald anfänglich recht vernünftig und versuchte seine Drohung herab-
zuspielen, ließ er in seinem Schlusswort keine Zweifel aufkommen. Denn da meinte er unter
anderem, dass er über sehr viel Selbstdisziplin verfüge, ansonsten er sich doch eine Schuss-
waffe  gekauft hätte.   Da staunen wir aber,  denn der  Mann scheint die  Beachtung von Ge-
setzen mit Selbstdisziplin zu verwechseln.
 
Der  beigezogene Gerichtspsychiater erklärte,  dass er keine Anhaltspunkte einer geistigen Be-
einträchtigung feststellen konnte und merkte an, dass Oswald voll verhandlungsfähig ist. Aller-
dings  räumte er ein,  dass seine  Beurteilung formeller Natur sei,  da sich  Oswald geweigert
hatte sich einer Untersuchung zu unterziehen.
 
Die  verhandelnde Richterin sah es als erwiesen an,  dass Oswald mit der  Drohung in seinem
Brief,  den Richter  Dr. Winge zu nötigten versuchte und diesen dadurch in  Furcht und Unruhe
versetzte. Sie verurteilte den Angeklagten nach § 15 iVm  §§ 105 und 106 StGB  zu 18 Monate
unbedingter Haft und hob eine noch offene, bedingt nachgesehene Freiheitsstrafe von 3 Mona-
ten auf.  Als erschwerend wertete die Richterin, die  vier einschlägigen Vorstrafen von Marcus
J. Oswald.  Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
 
*****

2012-02-15
 
 

Kommentare 

 
+2 sammy - 2012-02-15 19:02
dieser oswald muß ganz schön prominent sein, wenn sogar wer aus spanien anreist.
 
 
purple - 2012-02-16 11:51
Nein, der "Szenekenner" ist eher aus Kärnten angereist.....
 
 
+1 bea - 2012-02-15 20:04
der schaut aber nicht gefährlich aus. aber das sagt ja nichts über eine person aus.
 
 
+5 opfer - 2012-02-15 20:24
endlich habens ihn weggesperrt den elendigen schmierfinken. hoffentlich werfens den schlüssel weg und lassen ihn in der zelle versumpern.
 
 
+3 KarlMaier - 2012-02-15 23:31
Der Zusammenhang ist entscheident,
Bei Kurt Essmann war es mehr oder weniger nur eine Andeutung auf Hollabrunn.

Hier bei MJO ". . . Hollabrunn, wo jemand, der ebenso Justizopfer geworden ist, dem Richter auflauert,..."
...bei diesen Satz steht eine Absicht dahinter den Richter aufzulauern und das ist sicher KRIMINELL !

Ein Trottel der MJO mit seinem Schlußwort "dass er über sehr viel Selbstdisziplin verfüge, ansonsten er sich doch eine Schuss-
waffe gekauft hätte."

So ein Satz ausprechen bedeutet, er habe es sich überlegt und beim nächsten mal macht er es !!!!!

Gott sei Dank, habens den TROTTEL wegessperrt, bevor er einen Richter erschießt der im gerade nicht passt !


Nur ich versteh nicht waurm der nur 18 Monate bekommen hat, der ist ja gemeingefährlic h für öffentl. Personen !

UND SO EIN vorbestrafter IRRE war Hauptzeuge bei Mag. Herwig Baumgartner Verhandlung ????? Warum wird ein so rachesüchtiger Mensch überhaupt als Zeuge in einer Verhandlung zugelassen, da merkt man seine Vergangenheit bei den gewaltätigen Zuhältern von früher !

Theoretisch würde der sogar vor Herwig entlassen werden, wo ist da die Verhältnissmäßi gkeit ?

Soweit ich mich erinnern kann, hat der nicht gesagt das er jemanden mit einer Schußwaffe bedroht, oder ?
Der hat zwar alle Richter beschimpft, aber Morddrohung hat der keine angedeutet.
Vielleicht sollte man sich den alten Prozess, seine AKT der Gerichtsverhand lung noch mal anschauen, den er selbst durfte ja NICHTS sagen, weil er wurde ja von seinen eigenen Verfahren ausgeschlossen bei der Verhandlung ?
 
 
+2 KarlMaier - 2012-02-15 23:37
Ach ja lieber Erich !

Lob, den Bericht hast wirklich sachlich geschrieben !
:-)

m.f.g.
ein "entsorgter" Vater
 
 
-3 XY - 2012-02-16 09:39
Die Verhältnismäßig keit H.B. zu MJO?
Liegt darin: H.B. ist intelligenter. Daher die größere Bedrohung.
 
 
MichaelT - 2012-02-16 17:18
Danke sehr für den Prozeßbericht. Leider konnte ich nicht selbst hinkommen.

Wenn Sie einem Journalisten einen Schmattes geben, schreibt er positiv über Sie. Wenn Sie ihm keinen geben, kann es passieren, daß er kritisch über Sie schreibt. So ist es eben, seit es Journalisten gibt; die meisten leben mehr oder weniger vom Schmattes und ähnlichen Zuwendungen.

Das würde ich dem Oswald nicht vorwerfen. Sein gehässiges Wamsen im Prozeß gegen Mag. Baumgartner aber, das war wirklich übel. Baumgartner lag zu dem Zeitpunkt, bildlich gesprochen, schon am Boden.

(Gegen Baumgartner wurde wegen Terrorismus ermittelt, was es den Behörden eleganterweise rechtlich erlaubte, sofort die Handys von dutzenden Personen abzuhören und zu orten, Wohnungen, Computer und Emails zu durchsuchen … als hätte es Grundrechte wie Brief- und Fernmeldegeheim nis, oder die Unverletzlichke it der Wohnung, nie gegeben).

Kritik an Anwälten. Inwiefern könnte eine solche berechtigt sein? Vom Staranwalt T. hört man, daß er manchmal mehrere Dutzend (!!!) Mandanten gleichzeitig vertritt. Sagen wir, 40 Mandanten. Das macht 40 Akten mit jeweils, naja, bisweilen mehreren 100 Seiten. 40 verschiedene Sachverhalte, jeweils muß man sich die Namen aller Richter, Beteiligten, Zeugen und evtl. Sachverständige n merken, sowie den Inhalt ihrer Aussagen.

Von 40 Akten.

Und, natürlich, von jedem der 40 Verfahren die anstehenden Termine im Auge behalten: Haftprüfungsver handlung, Vernehmungsterm ine, Hauptverhandlun g, Rechtsmittelfri sten. Erste Instanz, zweite Instanz, evtl. OGH. Welches Gericht ist für was zuständig? Welche Rechtsmittel gibt es in erster und zweiter Instanz, und welche Rechtsmittelgrü nde? Strafverfahren oder Zivilverfahren?

Und immer rechtzeitig die Eingaben, bzw. Rechtsmittel schreiben und einbringen. Gesetze und OGH-Entscheidungen durchackern. Wenn Sie einen Schriftsatz verfassen, oder vor Gericht ein Plädoyer halten, bitte keine Namen und Sachverhalte durcheinander bringen, von den anderen 39 Akten.

Ich bin selbst Jurist, in ähnlichem Alter wie T., und sage: Ich könnte 5 Mandanten gleichzeitig betreuen. Mit 2 erfahrenen Sekretärinnen, die alle Termine koordinieren, und mir die Akten vorbereiten, und viele Wege erledigen, kurzzeitig bis zu 10 Mandanten. Kurzzeitig. Alles darüber geht zu Lasten der Qualität. Und das ist noch ein Euphemismus.

So hört man dann von einem Angeklagten: „Mein Anwalt, der T., hat mich in der Haft besucht. Er hat mir Schnapskarten mitgebracht und ein bisserl Schmäh geführt. Über mein Verfahren hat er nicht gesprochen.“

Dem Vernehmen nach hat sich dieser Besuch in der Honorarnote mit mehreren 100 Euro niedergeschlage n. Streng nach Rechtsanwaltsta rifgesetz. Das waren teure Schnapskarten!

Insgesamt hat der Angeklagte, besser gesagt seine Angehörigen, dem Staranwalt angeblich 16.000 Euro gezahlt. Allein für das erstinstanzlich e Verfahren.

Da fragt sich nicht nur der Laie:

1. Was hat der Angeklagte dafür bekommen?

2. Hat es dem Angeklagten irgendwas genützt? Hätte man mit einem Pflichtverteidi ger (für einen mittellosen Angeklagten gratis) dasselbe Urteil gekriegt? Reine Kosten/Nutzen-Rechnung.

Die Schnapskarten hätten ja zur Not die Angehörigen selbst im Häfn abgeben können.

Die Anwälte sind Teil „unseres“ Justizsystems, das leider in vielerlei Hinsicht fehlerhaft ist. Nicht umsonst sagt man: „Recht haben und Recht bekommen sind zweierlei“, oder, wie es Anwälte selbst formulieren: „Vor Gericht ist alles möglich … vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand“.
 
 
+2 Urbi et Orbi - 2012-02-16 18:02
Kling verdammt nach Marcus O., aus dem Häfn mittels Handyinternet wäre ja gar kein Problem, da war der Zellenfilz eben nicht gründlich...

Und glaube mir so viel Schmattes kannst Du einem Journalisten wie dem Reder gar nicht bieten das er Gefälligkeitsar tikeln schreibt, den ersten schreibt er nur gründlich recherchierte Stories, weil er kein Notstandsbezieh er ist, dem man ja eh nichts wegnehmen kann und zweiten ist er finanziell unabhängig und net auf "Zwa Schilling Fufzig" angewiesen!
Genau das Gegenteil ist eher der Fall: Journalisten müssen "Schmattes" austeilen um zu Ihren Stories zu kommen....
 
 
Unautorisiertes Amt 2012-02-16 18:27
Auch meine Sicht dieses "Star-Anwalt-Kults"!
 

ZUM KOMMENTIEREN BITTE ZUERST ANMELDEN. DANKE!

 

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