LESERBRIEF
Zum Beweis dafür, dass wir politisch unabhängig sind - obwohl dies unsere Kritiker(innen) permanent bezweifeln - veröffentlichen wir nachfolgenden Leserbrief eines Mitglieds der Sozialistischen Jugend. Auf www.erstaunlich.at soll jedem die Möglichkeit gegeben werden seine Meinung äußern zu können. Entweder im Kommentarbereich oder wenn sich Gelegen- heit dazu bietet mittels eines Leserbriefes. Der junge Mann drückt seine Meinung höflich und gewählt aus und das gehört auf jeden Fall honoriert. Sehr geehrter Herr Reder! Seit einiger Zeit wird die Forderung nach der Einbindung des Führerscheins in den Schulunter- richt in der Steiermark laut, ich habe meine Gedanken dazu zusammengeschrieben! Dieses Thema ist zwar schon einige Male aufgekommen, aber nachdem ich selbst Mitglied der SJ bin sowie Jugendlicher bin, könnten diese Gedanken vielleicht doch interessant sein! Wie auch immer, würde mich über eine Veröffentlichung freuten, bitte meinen Namen im Falle einer Veröffentlichung aber auf "Stephan V." abkürzen! Mit freundlichen Grüßen, Stephan V. Die Kurzsichtigkeit der Jugendgruppen Nicht zum ersten Mal wird zur Zeit die Forderung nach einer Einbindung des Führerschein- Kurses in den Schulalltag laut. Nicht zum ersten Mal scheint die Sozialistische Jugend (SJ) mit ihrer Forderung abzublitzen, nun auch in der Steiermark. Die Forderung Die Idee an sich ist recht simpel: Fahrlehrer kommen an die Schulen und unterrichten dort im Zuge von Freigegenständen die theoretischen Aspekte des Führerscheins. Die praktische Übung wird wie gehabt durch die Schüler selbst übernommen. Finanziert werden soll das Projekt zum Teil durch die Schulen sowie durch ein Entgegenkommen der Fahrschulen. Andere Freigegenstände sollen eingespart werden, um den Unterricht für die Schüler kosten-frei zu halten. Das Problem Nun ist aber gerade der theoretische Teil des Führerscheins der am wenigsten Kostenauf-wendigste: Durch die Tatsache, dass hier viele Anwärter gleichzeitig gelehrt werden können, ergibt sich eine große Effizienz und somit niedrige Kosten, es ist teilweise von 50 Euro pro Schüler die Rede. Den Großteil der Kosten entfällt auf die praktischen Fahrstunden, der nur in Form von Einzelunterricht vollzogen werden kann und zum Beispiel auch die Treibstoff-kosten miteinkalkuliert werden müssen. Der Nutzen ist somit fraglich, unter anderem auch weil die Arbeitshaltung in den bestehen-den Strukturen der Schulhäuser oft zu wünschen übrig lässt. Als Schüler kann man gut beobachten, wie die Motivation bei Erwähnen des Wortes „Freigegenstand“ abrupt absackt. Die Kurzsichtigkeit Nun gut, der Vorschlag an sich ist jedenfalls diskutabel, nur gibt es noch einen zweiten Aspekt, der nicht außer Acht gelassen werden darf: die Nachhaltigkeit. Dass ausgerechnet eine Jugendgruppe den Individualverkehr sowie die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen fördern will, ist dann doch etwas ironisch. Klar ist, es muss Geld in die Hand genommen werden, dann sollte mit diesem der unbestritten viel zu schwache öffentliche Verkehr in ländlichen Gegenden gefördert werden. Den Führerschein und damit das Auto zu fördern und gleichzeitig für den Umweltschutz zu plädieren ist unmöglich. Des Weiteren geht es auch um eine Bewusstseinsbildung: Das Auto ist in der heutigen Zeit (leider) fast selbstverständlich geworden, doch gerade bei Jugendlichen, die es bis zum 18. Lebensjahr gewohnt sind, auch ohne Auto auszukommen, besteht die Möglichkeit, dieses Verhalten weiter zu verankern. Wenn der öffentliche Ver-kehr gut genug ausgebaut ist, muss der Schritt hin zum Führerschein viel bewusster gesetzt werden, was aus der Sicht eines Jugendlichen das einzig richtige sein kann. Das Fazit Zusammenfassend lässt sich die Aktion als Populismus bezeichnen, als schnelle und kurz-sichtige Lösung, die bei den Zielgruppen gut ankommt. Betrüblich, dass dieses Verhalten schon durch die Jugendgruppen, also den Politikern von morgen, praktiziert wird. Wenn schon die etablierten Entscheidungsträgern jede Weitsicht und Ideologie vermissen lassen, wäre es schön zu wissen, dass zumindest die Jugend diese noch besitzt. Stephan V., 18 Jahre, Mitglied der SJ 2012-08-18
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Kommentare
Führerscheinunt erricht in Schulen ist ein no go. Schüler sind voll belastet mit dem, was sie lernen sollen. Andere Gegenstände deshalb entfallen zu lassen, ist nicht machbar, schon jetzt läßt die Qualität von Schulabgängern genug zu wünschen übrig.
Finanzierung durch die Schulen ist undurchdacht. Schulen sind keine Wirtschaftsträg er, sondern werden von der öffentlichen Hand erhalten. Deren Aufgabe ist aber nicht, das private Ziel eines Führerscheines zu finanzieren.
Die Lamentage von dem oftmals sinnentfremdet verwendeten Begriff "Nachhaltigkeit" ist Unsinn. Es liegt in der freien Entscheidung eines Bürgers, wie er sich fortbewegt. Aus Steuermitteln erhaltene, zumeist finanziell marode und bewegungsmäßig keine Alternative darstellende öffentliche Verkehrsmittel können kein Ersatz für Mobilität sein. Höchstens im innerstädtische n Raum - und dafür ist gerade Graz ein äußerst negatives Beispiel.
Die individuelle Mobilität kann zwar durch ideologische Maßnahmen bekämpft werden, siehe Wien. Solche Maßnahmen fallen aber unter den Begriff Diktatur und nicht Demokratie.
Unter dem Strich, interessantes, aber absolut theoretisches Thema ohne Realitätsbezug (das ist keine Kritik an Stephan).
Gesamt gesehen allerdings hat die SJ Steiermark anderes aufzuräumen. Auszucker wie jener von Sebastian Seidlitz waren kein Einzelfall.Jugend sollte nicht in den Bereich Anarchie/Extremismus abgedrängt werden, sondern in den Bereich Demokratie zurückgeführt.
Und da hapert es wirklich. Politische Bildung, auf neutraler und nicht parteipolitisch er Basis, fehlt im Schulunterricht weitgehend. Das wäre viel wichtiger, als eine Diskussion über "Steuererleichte rungen" für den Führerschein.
Es kann nicht schaden die Jugendlichen schpon früher an den Führerschein heranzuführen.
Da zu 100% das öffentliche Netz nicht ausgebaut wird und die Tendenz zu Einsparungen bei den Öffis nach wie vor vorhanden ist, wiwrd sich der Autoverkehr sowieso erhöhen.
Für die Grünen könnte man in den Schulen einen Reitlehrgang einführen mit einem Pferdeführersch ein der mindestens 5000 Euro kostet.
Die Parteibuchwirts chaft würde auch bei den Fahrschulen Einzug finden. Der Staat würde das bezahlen und die Kosten würden explodieren. Korruption wird Einzug halten. Gleichzeitig wird die Qualität des Unterrichts sinken, wenn die Fahrschüler nicht mehr Kunden, sondern zugeteilte Schüler sind. Der Anreiz, die Schüler erfolgreich zur Prüfung zu bringen sinkt. Schlußendlich wird die Führerscheinprü fung aufgeweicht, weil ein Durchfallen ja so unsozial wäre, usw.