Adelsprädikat Schwuchtel
Ist das Wort Schwuchtel eine Beleidigung? Nun, darüber kann man geteilter Meinung sein. Wenn ein heterosexueller Mann mit diesem Adelsprädikat bedacht wird, kann man sicher davon ausgehen, dass diese Bezeichnung beleidigend gemeint war. Dies wird auch für die Betitelung Schwuler oder Homosexueller gelten.
Was steht im Internetlexikon "Wikipedia" über das Wort Schwuchtel? Es wird zwar darin festgehalten, dass dieses Wort auch abwertend verwendet werden kann, aber auch die männliche Homosexualität, mit dem verbundenen gekünstelten weiblichen Benehmen und trippelnden, wiegenden Gang des damit schwuchtelnden femininen homosexuellen Mannes gemeint ist.
War es eine Beleidigung?
Ist es nun eine Beleidigung, wenn ein bekennender homosexueller Mann als Schwuchtel tituliert wird? Laut den GRÜNEN ja. Denn diese fordern eine Entschuldigung des FPÖ- Nationalratsabgeordneten Werner Königshofer, der Gebi Mair als "Landtagsschwuchtel" bezeichnet hatte, nachdem dieser den Freiheitlichen Gerald Hauser scharf attackierte.
Homosexuelle Menschen bezeichnen sich ganz offiziell, selbst als Schwule oder Lesben. Gebi Mair selbst ist bekennender Homosexueller. Wäre jetzt die Bezeichnung Homosex-ueller oder Schwuler ebenfalls eine Beleidigung gewesen?
GRÜNE reagieren sensibel
LAbg. Georg Willi, Klubobmann der Tiroler Grünen meint, dass sexuelle Orientierung ange- boren ist und keinen Grund für jedwede Diskriminierung oder Beleidigung darstellen dürfe. Hätte Königshofer, Gebi Mair als Armleuchter bezeichnet, wäre dies für uns eine eindeutige Beleidigung.
Im speziellen Fall kennen wir uns aber nicht ganz aus. Königshofer hatte sich in seiner Wortwahl des Wortes Schwuchtel bedient, dass er vermutlich auch abwertend gemeint hat. Aber viele Wörter des täglichen Sprachgebrauches, die grundsätzlich keine Beleidigung darstellen, können abwertend verwendet werden, ohne das daraus ein großes Kino gemacht wird.
Lasst Blumen sprechen
Da Gebi Mair aus seiner sexuellen Ausrichtung keinen Hehl macht, können wir Herrn Königs- hofer nur empfehlen, bei der nächsten verbalen Auseinandersetzung mit diesen, besser einen Blumenstrauß zu überreichen.
Auf keinen Fall sollte er die Worte Homosexueller oder Schwuler aussprechen, denn diese würden ebenfalls als Beleidigung gewertet werden. Ja so sind sie, manche homosexuelle Mitbürger. Alle Rechte einfordern, aber gleich den Beleidigten spielen, wenn es einmal unter Männer verbal etwas härter zu geht.
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2010-01-08
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