Steyr glorifiziert Nazi-Arzt Drucken E-Mail

Wer war Robert Stigler?

Wissen Sie wer Robert Stigler war? Wenn nicht, dann wollen wir Sie darüber aufklären. Er
wurde am 18.04.1878 in Steyr (Oberösterreich) geboren und starb am 09.08.1975 in Kirch-
berg (Tirol).

Stigler studierte in Wien von 1897-1903 Medizin. Der erklärte NSDAP-Anhänger leitete
die medizinische Gruppe der Abteilung „Rasse und Rassenhygiene“ der Gauleitung der
NSDAP in Wien.

Im Rahmen seiner rassenphysiologischen Forschungen führte Stigler 1940, Untersuchungen
an schwarzen Kriegsgefangenen im Kriegsgefangenenlager Kaisersteinbruch im Burgenland
durch.

Robert Stigler wurde im Zuge der Entnazifizierungsmaßnahmen im Jahre 1945 aus seinen
Ämtern enthoben und wurde ab 1947 pensioniert. Ein richtig angenehmer Zeitgenosse,
muss dieser Arzt gewesen sein.

Aussagen eines Nazi-Arztes

Er hat auch etliche (un)sinnige Aussagen von sich gegeben, von denen wir eine kleine Kost-
probe wiedergeben wollen. So kam er z.B. zu der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass Weiße
aufgrund des Klimas nicht dauerhaft in den Tropen leben sollten und plädierte dafür, afri-
kanische Kolonien als reines Reservoir beispielsweise für Bodenschätze zu betrachten und
„Schwarze“ dabei als Arbeitskräfte einzusetzen.

Auch vertrat er die  von ihm wissenschaftlich fundierte Meinung, dass ein Weißer einem
Schwarzen überlegen sei und aus diesem Grund nur als Herrscher unter den Eingeborenen
leben kann.

Besonders am Herzen lag Stigler die Warnung vor der „Rassenmischung“.  Er lehnte sexuelle
Beziehungen und Ehen zwischen Schwarzen und Weißen vehement ab, da er allen Ernstes
die Ansicht vertrat, dass es durch diese eine  „Degeneration“ der Nachkommen gäbe und
der Verfall der deutschen Kultur bevorstünde.

Sollten Sie an weitere schwachsinnigen Theorien des Robert Stigler interessiert sein, dann
können Sie diese unter diesem „Link“ nachlesen.  Nun, warum haben wir Ihnen diesen Zeit-
genossen nähergebracht? Gab es doch  etliche Wahnsinnige von dieser Sorte im Dritten
Reich.

Steyr ehrt seinen Sohn

Offensichtlich unter dem Motto „Heimat bist Du großer Söhne“ wird einem „Rassen-
forscher“ der Nazizeit, in seiner Geburtsstadt mit einer Strassenbenennung gehuldigt. In
der Stadt Steyr gibt es tatsächlich eine Strasse mit dem Namen „Robert Stigler Strasse“
und diese ist auch dem Nazi-Rassenforscher gewidmet.

Da hat die Stadt Günzburg in Deutschland, der Stadt Steyr einiges voraus. Denn eine Josef
Mengele Strasse gibt es in der Geburtsstadt dieses Nazi-Arztes nicht.

(Fotoquelle: www.ooenachrichten.at)
Erstaunliches Denkmal in altdeutschen Schriftzügen

Wie den „Oberösterreichischen Nachrichten“ zu entnehmen ist, setzt sich der Altbürger-
meister von Steyr, David Forstenlechner dafür ein, dass die Straßenbenennung nach dem
Nazi-Arzt umgehend rückgängig gemacht werden soll.

Keine Verfehlungen entdeckt

Erstaunlich ist es jedoch, dass laut Amtsbericht der Fachabteilung für Altstadterhaltung keine
wesentlichen Verfehlungen des NSDAP-Mitgliedes und Rassenforscher des Naziregimes
gefunden werden konnten.

Möglicherweise wurden seine Aufzeichnungen über „rassenphysiologische" Untersuchun-
gen die er an Kriegsgefangenen im Lager Kaisersteinbruch durchgeführt hatte, nicht sehr
genau studiert.
 
Jedenfalls ist die Glorifizierung eines Nazi-Arztes eine eindeutige Diskriminierung jenen
Leuten gegenüber, die unter Stigler zu leiden hatten und noch leben, sowie deren Nach-
fahren.

Wo bleiben hier die Diskriminierungsgegner?

Vielleicht sollte jemand die Anwältinnen der Gleichbehandlungsanwaltschaft, sowie die
Frauenministerin Heinisch-Hosek auf den erstaunlichen Umstand in Steyr aufmerksam
machen.

Dann wäre es vielleicht nicht mehr so vorrangig, ob eine Maßschneiderei eine Damen-
schneiderin oder ein Discobetreiber einen Türsteher sucht und das Stelleninserat aus
ökonomischen Gründen nicht geschlechtsneutral ausschreibt.

*****

2010-02-08
  
 

Kommentare 

 
pit - 2010-02-08 20:33
läuft wohl unter dem titel:
WO LASSEN DENKEN ??
aber denken ist glückssache und in steyr dürften viele pechvögel zu hause sein.
und wieder einmal ist das ein signal mehr an die "ewig gestrigen". hat der herr (rote) bürgermeister keine ahnung, was in "seiner" stadt geschieht ??
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erich - 2010-02-08 21:36
Tja, die Anwältinnen der Gleichbehandlun gsanwaltschaft und die Frauenministeri n Heinisch-Hosek haben eben andere Sorgen, als sich mit solchen Kleinigkeiten herumzuschlagen .

Könnte ja aber auch sein, dass die Damen lieber einen männlichen Damenschneider vorziehen, um sich im Schritt Maß nehmen zu lassen.
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fred - 2010-02-09 11:42
Das wird wahrscheinlich der Grund sein,
das auch ein MANN im Ministerbüro beschäftigt ist.
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Nachfahre - 2010-09-26 00:09
Ich stimme zu, eine Strasse sollte nach keinem überzeugten Nazi benannt werden, aber der Vergleich mit Mengele ist maßlos übertrieben.
Robert Stigler war ein überzeugter Nazi und als Arzt und Wissenschaftler zudem in einer Position, in der er unhaltbare Thesen über Rassenunterschi ede als wahr hingestellt hat. Das ist sehr schlimm und meiner Meinung nach schlimmer, als wenn Millionen Lieschen Müller der gleichen Meinung waren und dies laut verkündeten.
Aber Robert Stigler hat meines Wissens nach nie in gleicher Weise gequält und getötet wie Josef Mengele.
Man kann nicht alles über einen Kamm scheren und aus Effekthascherei wilde Vergleiche ziehen.
Das ist schlechter Journalismus.

Die Strasse wird umbenannt, das finde ich gut. Auch wenn mein Urgroßvater anscheinend auch ein paar positive Dinge geleistet hat, habe ich nie verstanden, wie eine Stadt eine Strasse nach einem Rassenforscher benennen kann.
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