Homo-Ehe dankend abgelehnt Zurück Drucken E-Mail

Schön wäre es ja gewesen

Da war wohl der Wunsch der Vater des Gedankens, als Oliver Ritter gestern auf seiner „Web-
seite“, die erste homosexuelle eingetragene Partnerschaft in Vorarlberg angekündigt hatte.

Das ist die Realität

Wir haben ein wenig recherchiert und sind zu folgendem Ergebnis gekommen. Seit der Ein-
führung der Möglichkeit, dass auch Homosexuelle  ihre Lebensgemeinschaft amtlich bestät-
igen lassen können, haben ganze 76 Paare davon Gebrauch gemacht.

58 schwule und 18 lesbische Pärchen ließen sich im ersten Monat seit Inkrafttreten des
neuen Gesetzes, ihre Homopartnerschaft behördlich besiegeln. In Wien waren es 43, in
Niederösterreich 13, in der Steiermark 8, in Kärnten 5, in Oberösterreich 4, in Tirol 2 und
in Salzburg war es lediglich 1 Pärchen, dass ihre Partnerschaft eintragen ließ.

Vorarlberg und Burgenland schwulen- und lesbenfrei?

In Vorarlberg und dem Burgenland gibt es entweder keine Homosexuellen oder diese wollen
von der gesetzlichen Möglichkeit keinen Gebrauch machen. Erinnern wir uns, welcher Polit-
wirbel von den GRÜNEN veranstaltet wurde, bis endlich alle Beteiligten zur Möglichkeit der
„Amtlichmachung“ in Form einer „Eingetragenen Partnerschaft“ nickten.

Die Diskriminierungsmasche

Hatten doch die Grünen und auch ein Teil des linken Randes der Sozialdemokraten prophe-
zeit, welcher Ansturm den zuständigen Behörden bevorstehen würde, weil bislang alle
Homosexellen diskriminiert wurden.

Die Diskriminierung bestand angeblich darin, dass homosexuelle Paare gezwungen waren,
in einer quasi wilden Ehe zusammen zu leben, da die Rechtsgrundlage für einen „Trau-
schein“ fehlte.

Selbst nach  Erschaffung der Möglichkeit einer  „Eingetragenen Partnerschaft“ gin-
gen die Diskriminierungsvorwürfe weiter, da homosexuellen Paaren eine Trauung wie
sie Heteropaare erfahren, von den Behörden verweigert wurde.

Um Ausreden nicht verlegen

Sieht man die ganze Angelegenheit nun rückblickend an, ist einem sofort klar dass hier
viel Wirbel um „Nichts“ gemacht wurde. Lediglich 76 homosexuelle Paare besiegelten
ihre Partnerschaft amtlich.

Und jetzt wird es erst erstaunlich, wenn man sich die Ausreden für dieses Waterloo an-
hört. Schuld an dem Desinteresse soll nun das kalte Wetter und die neuen Meldezettel
sein, auf denen sich Homosexuelle zwangsouten müssen.

Diese Rechtfertigungen fallen wohl unter das Motto „Ausrede verlasse mich nicht“.
Offensichtlich haben jene Akteure die pausenlos auf der Diskriminierungswelle reiten
nicht erkannt, dass der größte Teil der Homosexuellen gar keinen Wert auf dieses
„Kino“ legt.

Abtrünnige Homosexuelle zwangsbeglücken?

Das kann der Präsident des Rechtskomitee Lambda und Homosexuellen-Lobby, Helmut
Graupner nicht auf sich sitzen lassen. Wäre doch gelacht, wenn sich jene Homosexuelle
die mit diesem ganzen Zirkus nichts zu tun haben wollen, nicht eines Besseren belehren
lassen.

Also werden die nächsten Schritte geplant. Am Rechtsweg sollen nun folgende Punkte
erstritten werden.  Die Möglichkeit der "medizinisch unterstützten Fortpflanzung"
für Homosexuelle.

Na da darf man jetzt schon gespannt sein, wie viele Homosexuelle von so einer Möglichkeit
Gebrauch machen werden. Ob die Schwangerschaftszeit mit neun Monaten gleich bleibt,
oder Anträge auf Verkürzung bzw. Verlängerung gemacht werden, ist noch nicht bekannt.

Auch Heteros sollen ihr Fett abbekommen

Der nächste Punkt betrifft die Durchsetzung der "Verpartnerung" von heterosexueller
Paare. Herrn Graupner dürfte es zwar egal sein ob Heteros das überhaupt wollen, aber
wie heißt es so schön „Wer lange fragt, geht lange irr“.

 La Cage aux Folles

Der letzte Punkt, wie könnte es anders sein, ist die Eintragung der Partnerschaft am Stan-
desamt und die Möglichkeit einer rechtswirksamen Zeremonie außerhalb der Amtsräume.
Wahrscheinlich soll mit dieser Option endlich der prophezeite Ansturm der Homosexuellen
erfolgen.

Irgendwie erinnert uns das ganze Theater an die französische Komödie „La Cage aux Folles“
aus dem Jahr 1978, mit den hervorragenden Darstellern Ugo Tognazzi und Michel Serrault.

*****

2010-02-15
  
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think outside your box     |2010-02-15 19:43:26
Werter Erich, ich denke, Sie irren erneut, denn 1. ist die Anzahl von 76 im
ersten Monat durchaus ein Erfolg, zumal die ÖVP-Hochburgen versucht haben,
Lesben und Schwulen das ohnehin bereits unattraktive EPG, noch unattraktiver zu
gestalten. 2. ist der Jänner kein typischer Hochzeitsmonat.

All das habe ich
in diesem Beitrag heute ausgeführt:
http://thinkoutsideyourbox.net/?p=101
92

Insofern stelle ich eine Gegenfrage:
Würden Sie eine Partnerschaft
registrieren lassen, die sie als Bürger zweiter Klasse deklariert? Wohl
kaum.

Und um ihre Argumentation, wonach es ein "Flopp" sei, zu
entkräften, ein Vergleich mit der Eheschließungsstatistik.

In den letzten
Jahren wurden im Jänner durchschnittlich knapp über 1.000 Ehen geschlossen.
Wenn nun angenommen wird, dass 5 - 10 % der Bevölkerung homosexuell ist, dann
entspricht die Zahl von 76 Verpartnerungen ziemlich exakt den gleichen Werten
wie bei Eheschließungen.
erich   |Administrator |2010-02-15 21:00:17
Hallo Oliver
Das Sie eindeutig im Irrtum waren beweist die Tatsache, dass Sie
eine Verpartnerung in Vorarlberg angekündigt haben, obwohl es diese nicht
gab.

Ich lese Ihr Magazin, trotz anderer Meinung sehr gerne und aufmerksam.
Allerdings habe ich bei Ihrem heutigen Beitrag festgestellt, dass Sie bereits
kräfig zurückrudern, im Vergleich zu vorigen Beiträgen, die dieses Thema
betreffen.

Obwohl Sie offensichtlich die Realität eingeholt hat und Sie dies
auch bereits bemerkten, versuchen Sie nun mit einem Zahlenspiel die Situation zu
retten.

Diese Statistik-Politik wird immer dann betrieben, wenn Fakten schöner
oder schlechter dargestellt werden sollen.

Es ist dieses "was wäre wenn
Spiel" dass mich immer an den Ausspruch: "Wenn meine Tante Hoden hätte,
wäre sie mein Onkel" erinnert.

Fakt ist jedenfalls, dass die meisten
Homosexuellen keinen Wert auf einen großen Zirkus legen, wie die meisten
Heteros auch.

MfG
Erich Reder
think outside your box     |2010-02-16 06:35:37
Ich finde in keinster Weise, dass ich bei dem betreffenden Beitrag zurück
gerudert bin. Die Forderung bleibt die gleiche.

Zitat:
Fakt ist jedenfalls, dass die meisten
Homosexuellen keinen Wert auf
einen großen Zirkus legen, wie die meisten
Heteros auch.


Da haben Sie möglicherweise recht. Jedoch: Es geht darum, dass Lesben
und Schwule genau dieses Recht haben sollen. Nur dann ist
gleichgestellt. Ob sie es dann nutzen, ist die persönliche,
freie Entscheidung.
Blindenhund   |2010-02-16 09:26:32
@ think outside your box

1.) Gehören Sie auch zu den 76 ?
2.) Wenn
nein, Warum nicht ?
Blindenhund   |2010-02-16 09:34:05
@ think outside your box

Übrigens:
Ihr Berechnungsmodell
hinkt.
Heteros dürfen seit Jahrhunderten heiraten.
Homos erst seit Anfang des
Jahres.
Daraus ergibt sich ein enormer Nachholbedarf, der natürlich von den
Hardcore-Homos bei erster Gelegenheit befriedigt worden sein dürfte. Sagen wir
das das zu einem 10-fach höheren Ansturm im ersten Monat geführt hat.
Womit
wir bei realistischen 0,5 % Schwuchteln und Lesben angelangt wären.

Die
nächsten Monate werden das zeigen.
think outside your box     |2010-02-16 12:12:26
@Blindenhund

Was hat mein Privatleben mit der Forderung nach gleichen
Rechten für ALLE BürgerInnen zu tun? Nichts. Sie können gerne meinen Blog
nachlesen - da habe ich ausgeführt, wieso dieses EPG in meinen Augen schlecht
ist.

Dies sehen viele Lesben und Schwule ebenso und fordern nachwievor die
entsprechende Gesetzgebung ein und wollen nicht mit einem schlechten Gesetz
abgespeist werden.

Eine kleine Korrektur:
Homosexuelle Paare dürfen nicht
heiraten.
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