Militärausbildner als Steuerfahnder Zurück Drucken E-Mail

Der Rest vom Schützenfest

Im Zuge der Recherchen zu unserem Beitrag   "Meinungslose Beamte erwünscht",   sind wir
auch zu neuen Erkenntnissen gelangt. Von den ursprünglich 100 Bundesheer-Mitarbeitern,
welche seit Ende 2004 der Justizwache dienstzugeteilt wurden, sind bis zum heutigen Tage
keine 10 Mann mehr im Justizdienst.

Fehlende Qualifikation

Obwohl die Justizwache nach wie vor unter akuten Personalmangel leidet, wurde der Großteil
der Bundesheer-Bediensteten wieder zurückgeschickt. Der verbliebene Rest von nicht einmal
10 Mann, wurde in die Justizwache übernommen. Das bedeutet wohl, dass es den Berufssol-
daten an Qualifikation für diesen Job gefehlt haben muß.

Diese Annahme wird auch durch die Aussage des Vorsitzenden der Justizwachegewerkschaft,
Karl Aichinger bestätigt. Dieser teilte gegenüber dem  "Standard"  mit, dass die Bundesheer-
bediensteten den Aufnahmetest nicht bestanden haben.   "Konkret sei der Wechsel vieler Mili-
tärs zur Justizwache an mangelnden Rechtschreibkenntnissen sowie am Psychotest geschei-
tert",  so Aichinger.

Kein Einstein erforderlich

Der Job eines Justizwachebeamten ist sicher nicht ungefährlich. Auch benötigt der Beamte im
Umgang mit den Strafgefangenen, ein gewissen Maß an psychologischen Einfühlungsvermö-
gen.  Allerdings wäre es übertrieben zu behaupten,  dass die Tätigkeit als  Gefängnisaufseher
besondere Intelligenz voraussetzt oder erhöhte geistige Ansprüche erfordert.

Damit kommen wir zu dem Schluss,  das jene  Bundesheer-Bediensteten welche  der  Justiz-
wache dienstzugeteilt wurden, offenbar nicht die geistige Elite unseres Landes waren. Ander-
erseits ist es klar, dass das Heer nicht ihre Topbeamten wegschickt, sondern jene die sie aus
welchen Gründen auch immer, ohnehin loswerden wollten.

Soldat(innen) sollen zur Finanz

Nun ist es wieder soweit. Das Bundesheer will bis zu 400 Soldat(innen) aus ihren Reihen
loswerden. Wir nehmen an, dass sich das Verteidigungsministerium sicherlich wieder nicht
von ihren Topbeamten trennt und es daher jene Personen betreffen wird, welche man ohne-
hin loswerden will. Offiziell handelt es sich dabei um sogenannte Bedienstete "über Stand",
die infolge der Bundesheerreform derzeit keinen Arbeitsplatz haben.

Nachdem die  Justizwache offenbar keine Militärs mehr haben will,  wurde ein  anderes Opfer
gefunden. Der Verteidigungsminister Norbert Darabos teilte heute per Presseaussendung mit,
dass bis zu 400 Mitarbeiter des Bundesheeres, ab November in die Finanzverwaltung des BMF
übernommen werden.

Militärausbildner als Steuerfahnder

Das Aufgabengebiet der Soldat(innen) wird die Unterstützung und Verstärkung bei der Betrugs-
bekämpfung sein. In den Bereichen Kontrolle illegaler Arbeitnehmerbeschäftigung und die Kon-
trolle nach dem Glückspielgesetz,  Finanz- und Zollkriminalität, sollen sich die arbeitslosen  Mili-
tärs in Zukunft profilieren.

Nun hat die Zuteilung zur Finanz einen entscheidenden Vorteil gegenüber der Justiz. Im Auf-
nahmetest wird  vermutlich mehr auf die  Rechenkünste,  als auf die  Rechtschreibung Wert
gelegt werden.  Allerdings gilt das nur solange,  als keine Einsprüche  oder Berufungen von
Beschuldigten beantwortet werden müssen.

Soldat(innen) bringen schon Qualifikation mit

Die besondere Qualifikation der Soldat(innen) sieht der ehemalige Zivildiener Darabos darin,
dass die  Dienstzugeteilten über  eine besondere Eignung im  Bereich der  Menschenführung
verfügen, da diese Kommandanten und Ausbildner sind. Daher werden diese Beamtinnen und
Beamten sehr schnell einsetzbar sein, so die Meinung der Verteidigungsministers.

Damit stellt Darabos wieder einmal unter Beweis,  wie wenig  Ahnung er vom  Militärdienst hat.
Allerdings von wo sollte er diese haben, hat er doch keinen einzigen Tag mit der Waffe gedient.
Jedoch  sollte einem  der gesunde  Menschenverstand  sagen,  dass ein  Drillsergant und ein
Finanzfahnder beruflich keine Gemeinsamkeiten haben.

Wer klärt Darabos auf?

Wie wenig Ahnung er vom Finanzressort hat, stellt Darabos mit seiner nächsten Aussage unter
Beweis.  Er meint,  dass die  Soldat(innen) über eine eine fundierte  Ausbildung im  IT-Bereich
und in den grundsätzlichen Gesetzen und Verordnungen verfügen. Vielleicht  sollte dem Ver-
teidigungsminister einmal wer mitteilen, dass das Verteidigungs- und das Finanzressort keine
gemeinsamen Gesetze und Verordnungen haben.

Es ist schon erstaunlich, dass für eine Tätigkeit die eine mehrjährige Ausbildung und dem-
entsprechende Schulungenen erfordert, arbeitslose Soldat(innen) eingesetzt werden sollen,
die man in einem 15-monatigen Crashkurs samt Praxis, zu Finanzfahndern ausgebilden will.

Aus gehabten Schaden nichts gelernt

Dieser Feldversuch wird genauso enden, wie jener in der Justiz. Nur wird der adminstrative
Aufwand in diesem Fall explodieren, denn im Gegenteil zu Strafgefangenen setzen sich Be-
schuldigte in Finanzstrafverfahren mit Rechtsmitteln zur Wehr.

Wenn dann die gleiche geistige Elite an Soldat(innen) bei der Finanz tätig sind, wie diese in
der  Justiz zu finden waren,  was auch stark anzunehmen ist,  werden Institutionen wie UVS,
Finanzsenat, VwGH udgl. massive Personalprobleme bekommen. Aber möglicherweise kann
dieser Zustand ja dann wieder mit arbeitslosen Soldat(innen) ausgeglichen werden.

*****

2010-07-24
  
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Gast   |2010-07-24 13:38:59
Zitat:
Jedoch sollte einem der gesunde  Menschenverstand sagen, dass ein
Drillsergant und ein Finanzfahnder beruflich keine Gemeinsamkeiten
haben.
Dafür die gleichen Charaktereigenschaften.
sergant   |2010-07-24 14:41:12
Einen großen Vorteil haben Soldaten in der Steuerfahndung. Sie können sich im
Tarnanzug ganz unbemerkt an die Steuersünder heranschleichen.
Gast   |2010-07-24 15:08:47
im gegenzug sollten nicht mehr gebrauchte politiker beim heer untergebracht
werden.
Leser   |2010-07-24 15:27:35
In diesem Beitrag wird gefragt wie dumm ein Politiker sein darf
http://www.erstaunlich.at/index.php?option=com_... Mit der jetzigen Aktion kommt eine klare Antwort. ES GIBT KEIN LIMIT
Blindenhund   |2010-07-24 18:05:55
Zitat:
..... dass das Verteidigungs- und das Finanzressort keine gemeinsamen
Gesetze und Verordnungen haben.

Moment, moment:
Auch ein Soldat sollte wissen, dass man keine Zigaretten
schmuggeln darf.

Was die erforderlichen Rechtschreibkünste
betrifft, so ergibt sich diese Anforderung aus
dem Strafvollzugsgesetz:

Zitat:
§ 89 Abs. 3 StVG:
Strafgefangenen, die nicht lesen und schreiben können,
ist durch einen Strafvollzugsbediensteten Hilfe zu leisten.

Na wie schaut das aus, wenn dann im Brief an die Mama lauter
Rechtschreibfehler drinnen sind ?  Hingegen gibt es kein Gesetz, wonach
ein Finanzbeamter beim Ausfüllen der Steuererklärung "Hilfe zu
leisten" hätte - schön wärs.
erich   |Administrator |2010-07-24 18:14:47
Zitat:
Hingegen gibt es kein Gesetz, wonach
ein Finanzbeamter beim Ausfüllen der
Steuererklärung "Hilfe zu leisten" hätte - schön wärs.
Wie bereits im Beitrag gesagt, bzw. geschrieben, keine
Gemeinsamkeiten.

Zitat:
schön wärs.
..wenn dass der Ex-Zivildiener Darabos auch wüsste.
Pädagoge   |2010-07-24 21:52:07
Und nächstes Jahr wechseln Mitarbeiter der Müllabfuhr ins
Bildungsministerium.
Statt Mistkübel-Lerrer wird der Mistkübel weggelassen und
das mittlere "r" in ein "h" ausgestauscht. Heraus kommt dann
"Lehrer".
Gast   |2010-07-24 22:00:53
gibts da nicht eh schon etliche in den politischen akademien?
Gast   |2010-07-25 13:08:31
ein steuerfahnder sollte minimum schlauer als der betrüger sein, sonst
kann er ihn nicht überführen. jetzt kommt die gretchenfrage: wie stellt das ein bundesheerler an?
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