Schon wieder Milliarden für Kiew
Waffen für den Krieg, Geld für die Korrupten und die Rechnung zahlt Europa
Während die Bürger Europas unter hohen Energiepreisen, steigenden Lebenshaltungskosten und wachsender wirtschaftlicher Unsicherheit leiden, schmiedet Brüssel bereits die nächsten milliardenschweren Pläne für die Ukraine. Ursula von der Leyen bleibt ihrem Kurs treu: mehr Geld, mehr Waffen, neue Sanktionen. Die Frage, wie lange sich Europa diesen politischen Irrweg noch leisten kann, scheint in den Machtzentralen der EU kaum jemanden zu beschäftigen.
Bei einem gemeinsamen Auftritt mit Ratspräsident António Costa und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wurden weitere Unterstützungsmaßnahmen angekündigt. Die Themenliste liest sich wie das Drehbuch einer endlosen Fortsetzung: zusätzliche Finanzhilfen für 2027, neue Waffenlieferungen, moderne Luftabwehrsysteme und weitere Sanktionen gegen Russland. Ein tragfähiger Weg aus dem Krieg? Fehlanzeige.
Besonders bemerkenswert ist die Prioritätensetzung bei der Energieversorgung. Für den Winter 2026/27 ist ein EU-Programm mit einem Volumen von 920 Millionen Euro zur Stabilisierung des ukrainischen Energiesystems vorgesehen. Kraftwerke und Stromnetze in der Ukraine sollen unterstützt werden. Das mag aus geopolitischer Sicht begründbar sein. Doch während Brüssel für solche Vorhaben neue Millionenbeträge mobilisiert, kämpfen zahlreiche Menschen in Europa damit, ihre eigenen Strom-, Gas- und Heizkosten zu bezahlen.
Für den Durchschnittsbürger wird die Sache zunehmend grotesk. Da wird zum sparsamen Umgang mit Energie aufgerufen, werden hohe Rechnungen als unvermeidlich erklärt und Unternehmen durch kostspielige Rahmenbedingungen unter Druck gesetzt. Gleichzeitig scheint der Geldhahn für internationale Projekte kaum jemals zugedreht zu werden. Die Frage, wer diese Politik am Ende finanziert, ist schnell beantwortet: die Steuerzahler.
Und als wäre die bisherige Sanktionspolitik nicht schon Belastung genug, steuert die EU auf das 22. Sanktionspaket gegen Russland zu. Offenbar gilt in Brüssel das Prinzip, dass eine Maßnahme nur oft genug wiederholt werden muss, damit sie irgendwann zum Erfolg führt. Ob die bisherigen Sanktionen tatsächlich den gewünschten politischen Effekt erzielt haben und welche wirtschaftlichen Schäden sie in Europa verursachen, scheint dabei zweitrangig zu sein.
Vor allem die energieintensive Industrie gerät durch hohe Kosten zunehmend unter Druck. Wenn europäische Betriebe international nicht mehr konkurrenzfähig produzieren können, geraten Investitionen und Arbeitsplätze in Gefahr. Das ist keine abstrakte Kennzahl aus irgendeinem Wirtschaftsbericht, sondern eine Entwicklung, deren Folgen die Beschäftigten und ihre Familien unmittelbar treffen können.
Doch statt die eigene Strategie kritisch zu überprüfen, setzt die EU-Kommission auf die nächste Runde. Ein Kurswechsel würde schließlich bedeuten, Fehler einzugestehen. Und genau daran scheint es in Brüssel zu mangeln. Lieber werden neue Maßnahmen verkündet, als offen zu prüfen, ob die bisherigen Entscheidungen Europa tatsächlich stärker gemacht haben.
Auch militärisch kennt die Unterstützung offenbar kaum Grenzen. Waffen, Drohnen, Raketen und zusätzliche Luftabwehrsysteme sollen weiterhin geliefert werden. Am 14. Oktober überwies die EU-Kommission nach den vorliegenden Angaben weitere 2,86 Milliarden Euro für militärische Ausrüstung. Von den insgesamt 90 Milliarden Euro des Ukraine-Darlehens sind rund 60 Milliarden für Verteidigungszwecke vorgesehen.
Das sind Summen, bei denen sich jeder Bürger fragen darf, ob die politischen Entscheidungsträger noch ein Gefühl für die Dimensionen ihrer Vorhaben haben. Milliarden werden für die Fortsetzung der militärischen Unterstützung eingeplant, während gleichzeitig überall über knappe Budgets, notwendige Einsparungen und die Belastbarkeit der öffentlichen Haushalte diskutiert wird.
Natürlich lässt sich der Krieg in der Ukraine nicht mit einem Federstrich beenden. Ebenso wenig ist Frieden allein dadurch garantiert, dass man Verhandlungen fordert. Aber gerade deshalb müsste eine verantwortungsvolle europäische Politik mehr bieten als die fortlaufende Ankündigung neuer Waffenlieferungen und weiterer Finanzpakete. Wo bleibt eine überzeugende diplomatische Strategie? Welche konkreten Schritte sollen einen Verhandlungsfrieden näherbringen? Und woran soll erkennbar sein, dass Europa nicht bloß immer tiefer in einen Konflikt hineingezogen wird?
Auch für 2027 werden bereits weitere Finanzhilfen vorbereitet. Für Kiew werden damit die nächsten Milliarden in Aussicht gestellt, während viele europäische Haushalte jeden Euro zweimal umdrehen müssen. Die eigenen Bürger dürfen sparen, verzichten und höhere Rechnungen akzeptieren. Für die geopolitischen Ambitionen der EU hingegen werden immer neue finanzielle Spielräume gesucht.
Eine solche Politik braucht zumindest eine ehrliche öffentliche Debatte über Kosten, Ziele und Grenzen. Wie viel Geld soll noch fließen? Welche Ergebnisse erwartet man dafür? Und welche wirtschaftlichen Belastungen hält man der eigenen Bevölkerung noch zu, bevor die politische Rechnung präsentiert wird?
Europa braucht eine Führung, die nicht nur Milliarden verteilen und Sanktionen beschließen kann, sondern auch die Folgen ihrer Entscheidungen verantwortet. Leistbare Energie, sichere Arbeitsplätze, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und die soziale Stabilität der Mitgliedstaaten dürfen nicht zu Randnotizen einer Politik werden, die vor allem auf geopolitische Wirkung bedacht ist.
Wer immer neue Milliarden bereitstellt, muss auch erklären können, wie dieser Kurs zu einem Ende des Krieges führen soll. Wer weitere Sanktionen verhängt, muss deren Wirksamkeit und Nebenwirkungen offenlegen. Und wer militärische Unterstützung ausweitet, darf die Frage nach einer realistischen Friedensperspektive nicht als lästig abtun.
Denn eines ist klar: Die europäischen Steuerzahler sind keine unbegrenzte Geldquelle für politische Großprojekte. Sie haben ein Recht darauf, dass ihre Interessen ernst genommen werden. Frieden, Sicherheit und wirtschaftlicher Wohlstand gehören zusammen. Eine Politik, die ständig neue Milliarden verspricht, aber keinen überzeugenden Ausweg aus dem Konflikt aufzeigt, bleibt den Bürgern eine entscheidende Antwort schuldig.
Und bei all den Milliarden stellt sich noch eine andere Frage: Wie viel davon kommt tatsächlich bei den Menschen an, für die es bestimmt ist? Korruptionsskandale und Ermittlungen gegen ukrainische Amtsträger haben wiederholt Zweifel an der Kontrolle öffentlicher Gelder geweckt. Wer immer neue Milliarden überweist, muss deshalb auch sicherstellen, dass sie nicht in dunklen Kanälen verschwinden, sondern dort ankommen, wo sie gebraucht werden.
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- Beitrag veröffentlicht:17. Oktober 2026