Bekennende Homosexuelle wollen zwar Rechte, aber keine Pflichten Drucken E-Mail

Keine Rechte ohne Pflichten

Wie hinlänglich bekannt, haben sich die Homosexuellen durchgesetzt. Sie haben die
gleichen Rechte wie Heteros bei der Partnerschaftsschließung gefordert und schluss-
endlich auch erhalten.

Aus allen Rechten leiten sich aber naturgemäß Pflichten ab. Eine Pflicht davon ist die
Angabe des Familienstandes gegenüber der Behörde. Seit eh und je ist auf amtlichen
Meldezetteln unter anderem anzugeben, ob man ledig, verheiratet, geschieden oder ver-
witwet ist.

Wirbel um neue Meldezetteln

Über diese von der Meldebehörde verlangte Auskunft, hat sich noch nie ein Hetero auf-
geregt. Nachdem nun unsere Gesellschaftsordnung geupdated wurde und Homosexualität
als evolutionsbedingt normal anzusehen und offensichtlich gesellschaftsfähig geworden
ist, sah sich die Behörde korrekterweise dazu veranlasst, neue Meldezetteln einzuführen.


Personen die sich offen zu ihrer Homosexualität bekennen und diese auch standesamtlich
bestätigen lassen, werden nun aufgefordert über den Status Quo ihrer eingetragenen
Partnerschaft Auskunft zu geben.

Wer ist nun wirklich ein Diskriminierer?

Auf einmal ist Feuer am Dach und in Online-Magazinen, Blogs und Foren, die vorwiegend
von Homosexuellen oder deren Sympathisanten betrieben werden, wird das als Diskriminier-
ung dargestellt.

Irgendwie ist uns jetzt die Orientierung abhanden gekommen. Lehnt jemand Homosexuali-
tät ab ist er ein Diskriminierer. Anerkannt er diese diskriminiert er ebenfalls Menschen mit
dieser sexuellen Neigung.

Schreuder ortet gefährliche Situation

Der grüne Gemeinderat und Landtagsabgeordnete Marco Schreuder meint in seinem „Blog“,
dass das Sammeln von Daten über die sexuelle Orientierung, eine gefährliche Situation dar-
stellt. Erstaunlich sagen wir, denn bis dato hat es niemanden gestört und war auch unge-
fährlich.

Schreuder meint auch wörtlich: „Mit diesem Meldezettel bist du immer geoutet - bis
in den Tod. Einmal verpartnert, immer aktenkundig sozusagen.“ Da dürfte dem
grünen Gemeiderat entfallen sein, dass mit der Partnerschaftsschliessung am Standesamt
die Aktenkundigkeit ohnehin gegeben ist.

Lebenslange Aktenkundigkeit

Die Aktenkundigkeit begleitet einen Menschen ohnehin sein ganzes Leben lang. Sei es bei der
Führerscheinanmeldung, Aussagen vor Behörden und Gerichten, Pensions- Arbeitslosen-
oder Sozialhilfeanträgen und dergleichen mehr.

Überall hat der Antragsteller gegenüber der Behörde über seine persönlichen Daten Auskunft
zu erteilen und bis jetzt hat dies niemanden wirklich gestört. Doch plötzlich wo Homosexuelle
die sich ohnehin geoutet haben in diese Pflicht genommen werden, ist es auf einmal gefähr-
lich.

Nur Homosexuelle vom Datenmissbrauch betroffen?

Einen eventuellen Datenmissbrauch  als Argument anzuführen, ist wohl mehr als erstaunlich.
Ein solcher kann nämlich Heteros und Homosexuelle gleichermaßen betreffen. Wenn man
dieser scheinheiligen Schlussfolgerung folgt, dürfte wohl niemand mehr seine persönlichen
Daten preisgeben.

Worin besteht die Missachtung?

Wenn Schreuder nun der Innenministerin eine Missachtung von Lesben und Schwulen
unterstellt, fehlt uns dafür die Begründung. Einerseits outen sich Homosexuelle in dem
sie schmusend und händchenhaltend durch die Gegend schlendern, Plakate anbringen,
an Demonstrationen teilnehmen und ihre gleichgeschlechtliche Partnerschaft standes-
amtlich besiegeln lassen, während sie anderseits nicht als Homosexuelle anerkannt werden
wollen.

Und wenn’s ums Geld geht?

Allerdings tut sich für uns folgende Frage auf.  Personen welche sich mit einem standes-
amtlichen Festakt als Homosexuelle geoutet haben und im Falle einer Einreichung um
eine Witwen- bzw. Witwerpension oder Einlösung einer Lebensversicherung ihre amtliche
Partnerschaftsurkunde vorlegen müssen, dann dies auch als Diskriminierung sehen, wenn
es ums liebe Geld geht.

*****

2010-01-13
  
 

Kommentare 

 
+1 Rigardi.org - 2010-01-13 21:33
Worin erkennen Sie in der kritisierten Stelle am Meldezettel (hier einfach auch für Homosexuelle 'verheiratet' und 'geschieden' zu belassen hätte weniger Geld gekostet, da man die Zettel nicht hätte ändern müssen) eine Ablehnung von Pflichten.

Sämtliche Interessensorga nisationen und auch besagter Herr Schreuder haben stets gleiche Rechte UND Pflichten gefordert. Wortwörtlich und weil eine vollkommene Gleichstellung mit der Ehe nichts anderes bedeuten kann.

Lustig, wie kleingeistig Sie auf einmal werden, wenn es um Gesellschaftsgr uppen geht, mit denen Sie nichts anfangen kommen. Wenn diese dann Gleichberechtig ung fordern und aufgrund der vorliegenden Diskriminierung aufgrund ihrer sexuellen Orientierung selbige natürlich thematisieren (müssen), werfen Sie ihnen das paradoxerweise vor.

Oder Sie reiten auf Meldezettelpass agen herum um daraus gleich eine Neiddebatte zu machen.

Die nach wie vor angestrebte Gleichstellung mit der Ehe führt logischerweise auch zu einer Gleichstellung am Meldezettel mit der man sich die kritisierten zwei Zusatzoptionen sparen kann.

Wie sie selbst schreiben geht es ja um die rechtliche und gesellschaftlic he Akzeptanz als Teil der Normalität. Was dies bedeutet, darüber haben Sie offenbar nicht nachgedacht.
 
 
-1 Blindenhund - 2010-01-14 12:45
Ich denke, dass von der Gesellschaft zuviel abverlangt wird, wenn es sexuell fehlgeleitete Lifestyle-Hedonisten als "normal" akzeptieren muss. Bei aller TOLERANZ - und nicht mehr - für Andersdenkende wird es wohl kaum angehen können, dass Minderheiten der Mehrheit Vorschriften machen, wie sie ihr Leben zu gestalten haben und ggf. schwul werden müssen um als "normal" zu gelten. Daher:
TOLERANZ gegenüber Schwulen ja, Akzeptanz als "normal" sicher nie.
 
 
+1 Rigardi.org - 2010-01-14 20:06
@Blindenhund

Definieren sie mal bitte das Wort "normal". Was ist "normal"?

Warum sollen Homosexuelle nicht "normal" sein, obwohl es sie stets gab?

War der Umgang mit Homosexualität im antiken Griechenland damals "normal"?

Ist "normal" nicht schlichtweg eine Frage des gesamtgesellsch aftlichen Verständnisses?

Homosexuelle denken nicht anders, sie fühlen anders, das ist ein Unterschied. Und aus dem Verlangen nach dem ganz nornamlen Eherecht ist keine Vorschrift für irgendwen, denn es ändert für die von Ihnen angesprochene Mehrheit nichts.
 

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